Persönlichkeit entfalten - Im eigenen Tempo lernen

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Mit Respekt und Toleranz in die Zukunft

B U D D Y K O N Z E P T - Soziales Lernen in der Sehusaschule

 

„Die Schule sollte stets danach trachten, dass der junge Mensch sie als harmonische Persönlichkeit verlasse, nicht als Spezialist.“
Albert Einstein1

Wie schon Albert Einstein in seiner Rede 1936, sieht auch heute noch das MK Niedersachsen die Wichtigkeit der ganzheitlichen Förderung der Persönlichkeit in der Schule und formuliert es im Erlass „Die Arbeit an der Hauptschule“2 unter dem Punkt 2.7 wie folgt:

„Die Arbeit in der Schule zielt auf die Weiterentwicklung der gesamten Persönlichkeit. Sie muss sowohl die kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler als auch ihre sozialen, emotionalen, kreativen und praktischen Fähigkeiten fördern.“

Neben der Wissensvermittlung spielt also in der Schule auch der Erwerb bzw. die Erweiterung sozialer und emotionaler Kompetenzen eine ganz zentrale Rolle. Ziel des BuddY-Programms ist eine Stärkung der sozialen Handlungskompetenz bei den teilnehmenden Schüler*innen und die Förderung des sozialen Klimas an der Schule insgesamt.3 Unter dem Leitgedanken „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander Lernen.“ setzen sich Schüler*innen als „BuddYs“ (übersetzt „Kumpel“) für ihre Mitschüler*innen und ihre Schule ein, unterstützen und helfen in unterschiedlichen Bereichen.
Das BuddY-Programm gibt an der Sehusaschule als unterrichtsergänzendes Angebot seit 2004 und es hat sich in all den Jahren zu einem festen Bestandteil des Schullebens etabliert. Es wird derzeit (Stand Schuljahr 2017/2018) als Arbeitsgemeinschaft mit einer Wochenstunde zusätzlich zum normalen Unterricht angeboten.

Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

5.2.3 

Unterrichtsergänzende Angebote

Für  die  unterrichtsergänzenden  Angebote  ist  der  Beitrag  zum  Erwerb  von  fachlichen,  fachübergreifenden, personalen und sozialen Kompetenzen herausgearbeitet und abgestimmt.   

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1Albert Einstein, "Ideas and Opinions", S. 64
2RdErl. d. MK v. 21.5.2017 - 32-81 023/1 - VORIS 22410
3Für weitere Informationen siehe: https://education-y.de/handlungsfelder/schule/buddy-programm-get-ready/

Der pädagogische Ansatz des BuddY-Konzepts basiert auf den folgenden vier Säulen:

  • Lebensweltorientierung
    Das Buddy-Projekt setzt an den individuellen Bedürfnissen der Schüler*innen an und löst reale Probleme in der Schule. Die Schüler*innen sind an der Projektentwicklung aktiv beteiligt, lernen an Alltagssituationen des sozialen Lebens und erwerben dabei wichtige Kompetenzen für ihr eigenes Leben.

  • Peergroup Education
    Das Projekt stärkt die Kompetenzen der Jugendlichen und nutzt, dass sie einander beeinflussen, voneinander lernen und gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren. „Peers“ (Gleichgesinnte, Gleichaltrige) helfen sich gegenseitig, Probleme zu lösen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dabei erwerben sie soziale Kompetenzen wie z. B. Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit.

  • Partizipationsmöglichkeiten
    Die Schüler*innen werden mit einbezogen, um ein neues Projekt zu planen, zu gestalten und Entscheidungen zu treffen. Dabei ist es wichtig, dass die Schüler*innen die Impulsgeber für neue Projekte sind. Jeder bringt seine individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten ein.

  • Selbstwirksamkeit
    Das Programm soll das Selbstvertrauen der Schüler*innen stärken. Sie sollen die Erfahrung machen, dass sie mit dem eigenen Können und Engagement etwas bewirken können. Dies ist sehr wichtig für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls. Schüler*innen fühlen sich durch ihre Aufgaben als BuddYs gebraucht und sehen, dass ihr Verhalten eine positive Wirkung hat.

Entsprechend dieser Säulen fallen die Projekte immer anders aus und werden im Vorfeld mit der BuddY-Gruppe gemeinsam entwickelt, besprochen und ggf. im Kollegium abgestimmt. Die Schüler*innen erhalten die Möglichkeit, verantwortungsvolle Aufgaben und Dienste für die Schulgemeinschaft auszuführen.

Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

6.3.2

Gestaltungs- und Verantwortungsbereiche

Die  Schule  eröffnet  den  Schülerinnen  und  Schülern  Gestaltungsspielräume  und  fördert  Verantwortungsübernahme. 

Es gibt feste Aufgabenbereiche im Schulalltag, für die die BuddYs zuständig sind. Hier ist zum Beispiel das Anschubsen an der Schaukel, das Herausbringen der Fahrzeuge und Sandspielsachen oder das Bereithalten von Regenpausenangeboten zu nennen. Die BuddYs stehen jüngeren Schüler*innen als Ansprechpartner zur Verfügung.
Außerdem halten die BuddYs wöchentlich eine Stunde lang verschiedene Beschäftigungsangebote (Malen, Basteln, Tiptois und Gesellschaftsspiele) für die jüngeren Klassen des Schulzweigs GE/KME bereit. Auch die Begleitung neuer Schüler*innen in der ersten Zeit nach der Einschulung bzw. dem Wechsel auf die Sehusaschule als „Patenbuddy“ gehört zu den Einsatzbereichen der BuddYs. Der zugeordnete Buddy hat hierbei die Aufgabe, sein „Patenkind“ in die Schule einzuführen und bei Fragen und Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Andere Projekte der BuddYs werden gemeinsam überlegt, geplant und umgesetzt.
Hierbei wird darauf geachtet, dass der Grundgedanke „Wir setzen uns für Andere ein“ im Fokus steht. Es soll ein Gemeinschaftsdenken entwickelt werden; innerhalb der Schulgemeinschaft, aber auch über die Grenzen der Schule hinaus, indem mit außerschulischen Organisationen/ Institutionen kooperiert wird.

Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen

1.3.3 

Wahrnehmung in der Öffentlichkeit

Die  Arbeit  und  das  Erscheinungsbild  der  Schule  werden  von  der  Öffentlichkeit  positiv  wahrgenommen.

6.2.2

Ausbau der individuellen Förderung

Die  Schule  bindet  systematisch  die  Expertise  vielfältiger  Kooperationspartner  zur  Unterstützung  der individuellen Kompetenzentwicklung der Schüler*innen ein.

Beispielsweise wären hier folgende bisher erfolgreich durchgeführte Projekte zu nennen:

Für die Sehusaschule

  • Planung und Durchführung eines Spielfestes für die ganze Schule
  • Planung und Durchführung eines Walderlebnistages für die Schule
  • Weihnachtsbasteln mit den jüngeren Schüler*innen
  • Übernahme des Caterings für Veranstaltungen in der Schule

In Kooperation mit anderen Organisationen/ Institutionen

  • Ausbildung der BuddYs zu Streitschlichtern in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums der Stadt Seesen
  • Sammelstelle für „Weihnachten im Schuhkarton“
  • Aktion „Wunschbaum“ in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Seesen
  • Verkauf von Keksen auf dem Wochenmarkt/ Spende der Erlöse für soziale Projekte der Schule
  • Müllsammelaktion im Seesener Museumspark in Kooperation mit dem Bauhof der Stadt Seesen
  • Angebot von Spielen und Kinderschminken beim „Fest der Kulturen“ in Kooperation mit dem „Arbeitskreis Integrations-Treff“ der Stadt Seesen
  • Pflanzaktion einer Streuobstwiese in Kooperation mit der Stiftung Kulturlandpflege Niedersachsen

Die BuddYs entwickeln also eigene Ideen, wie sie sich innerhalb der Schulgemeinschaft aber auch über die Grenzen der Schule hinaus sozial engagieren können und stehen als Unterstützung für Ideen/Anfragen innerhalb der Schulgemeinschaft zur Verfügung. Aktuell wird eine Kooperation mit Dem Paritätischen Seesen geplant.

Die Buddy-AG können Schüler*innen ab der 7.Klassenstufe aus allen Schulzweigen der Sehusaschule besuchen. Der Einstieg ist jeweils zu Schuljahresbeginn möglich, wobei eine Probezeit bis zu den Herbstferien besteht, in der die Schüler*innen entscheiden können, ob er/sie ein Buddy sein möchte – und in der die Buddycoaches entscheiden können, ob sich die Schüler*innen als Buddy eignen.

Die BuddYs der Sehusaschule erhalten als Leihgabe der Schule eine rote Sweatshirtjacke mit dem Aufdruck „Buddy“ auf dem Rücken, mit der sie für die anderen Schüler*innen als Buddy und damit als Ansprechpartner zu erkennen sind. Die Jacken sind mit Nummern gekennzeichnet, sodass sich jede Jacke den Schüler*innen zuordnen lässt. Die Erziehungsberechtigten quittieren den Erhalt dieser Jacke und die Übernahme der Kosten beim etwaigen Verlust derselben. Während ihres Einsatzes als Buddy tragen die Schüler*innen diese Jacken – auch und gerade bei außerschulischen Einsätzen.

Die Teilnahme an der Buddy-AG und das soziale Engagement wird den teilnehmenden BuddYs auf dem Zeugnis unter dem Punkt „AG“ bescheinigt. Die Fähigkeiten und Leistungen der Schüler*innen werden so anerkannt und gewürdigt. Ein angemessenes Sozialverhalten ist daher stets Voraussetzung für das Tragen der Buddy-Jacke und die Teilnahme an der AG, denn die BuddYs gelten den anderen Schüler*innen als Vorbild.
Eine „Entlassung“ aus der AG bei groben Verfehlungen wird von den zuständigen Buddycoaches in Absprache mit der Schulleitung entschieden und ist auch während des laufenden Schuljahres möglich. Genauso ist auch eine „präventive“ Anwerbung von Buddys, zur Stärkung des Sozialverhaltens bzw. des Selbstbewusstseins in Absprache möglich.